Bitte Teilen

Was hat Hochsensibilität mit Jodeln zu tun?

Was hat hochsensibel mit Jodeln zu tun?

Weisst du, dass hochsensible Menschen dazu neigen, im oberen Teil der Brust zu atmen? Dass sie vergessen, dass sie auch einen Bauch haben, der gerne mit Sauerstoff gefüttert werden will? Wann hast du das letzte Mal so richtig tief und regelmässig durchgeatmet? Nimmst du dir manchmal die Zeit, langsam und tief deine Lungen mit Sauerstoff zu füllen?

Ich habe Zeit meines Lebens immer gerne gesungen. Als Kind im Auto, zuhause in meinem Zimmer, später in der Schule als Lehrerin. Beim Singen füllst du dir die Lungen automatisch richtig. Ich gehöre zu den “Ausatmern”; meine Energie beim Atmen konzentriert sich auf das Ausatmen der Luft. Manchmal vergesse ich das Einatmen und hole das dann mit einem tiefen “Schnauf” oder Seufzer nach.

Viele Menschen behaupten, dass sie nicht singen können. Das stimmt nicht. Unsere Stimme ist eines der wichtigsten Organe, die wir haben. Mit unserer Stimme transportieren wir sehr viel Lebensenergie in jede einzelne Zelle unseres Körpers. Wenn wir lernen, unsere Stimme in all ihren Facetten zu gebrauchen, dann haben wir eine wunderbare Möglichkeit, unseren Körper mit freudiger Energie zu versorgen. Es kommt nicht darauf an, die Töne zu treffen. Es kommt darauf an, dieses Organ zu nutzen und die Scham, sich zu zeigen, abzulegen. Die richtigen Töne zu treffen kann man jederzeit lernen.

Seit meiner Pensionierung gehe ich ins Jodeln. Ich habe festgestellt, dass ich jedes Mal nach dem Jodeln extrem gut geerdet bin. Mein Beckenbereich fühlt sich völlig genährt an. Die Kraft für die Töne kommt aus dem Unterbauch, d.h. meine Konzentration liegt voll auf der Atmung.

Auf meiner Unterseite “Aus der Schule geplaudert” erzähle ich die Geschichte, wie Anita laut reden gelernt hat.

Als Lehrerin war es für mich eine Selbstverständlichkeit, oft mit den Kindern zu singen. Wir haben für alles ein Lied gehabt: Wut, Freude, Dankbarkeit, Freundschaft, Versöhnung, Bewegung, Liebe, Frieden. Manchmal habe ich mit den Kindern lieber gesungen anstatt gerechnet. Dann sind wir halt diesem Impuls gefolgt und haben die Rechnungsstunde mit singen kombiniert. Kennt ihr das auch? Ich nenne das "Aus der Not eine Tugend machen".

Es kommt übrigens nicht darauf an, was du singst. Ob du ein Rocksänger bist oder Arien vorträgst, einen Jodel trällerst oder ein Kinderlied schmetterst ist egal. Es kommt darauf an, dass du dich spürst und den Sauerstoff in dich aufsaugst, um das Ganze dann in Energie umwandeln zu können.

Die Stimme ist ein Organ, das uns hilft, die Energie, die in unserem Körper gespeichert ist, nach aussen zu transportieren. An der Stimme eines Menschen können wir erkennen, welche Qualität der Energie prägend in diesem Körper gespeichert ist. In Fussballstadien oder Eventhallen werden  deshalb die Energien so hoch gepuscht, weil die Menschen sich durch den Einsatz ihrer Stimme spüren, ihre Macht und Stärke erfahren und merken, dass sie leben.

Übrigens: Beim Jodeln kannst du gar nicht falsch singen. Der Jodel lebt davon, dass die Töne manchmal ganz schräg aufeinander treffen und dadurch Reibung entsteht. Vor allem beim Naturjuitz ist das so. Es ist spannend, das auch auszuhalten und vom “Schrägen” wieder in die Harmonie zu kommen. Bewusst so zu singen, dass Reibung entsteht, ist manchmal ganz schön schwierig.

Lasst uns rocken!!

Heilsteine und Hochsensibilität

ADS und Heilsteine

In dem Raum, in dem ich mit meinen Schülern arbeite, liegen viele Steine. Sie haben alle Farben, manche habe ich gekauft, viele habe ich selber gefunden oder sie sind mir geschenkt worden. Steine gehören zu mir seit ich denken kann. Ich nehme überall einen Stein mit, vor allem dann, wenn ein Ort für mich eine Bedeutung bekommt. Sie liegen bei mir im Garten, in meiner Wohnung und im Atelier. Als Kind bekam ich von meinem Vater eine Steinsammlung geschenkt. Es waren keine kostbaren Steine, doch jeder hatte seinen Namen. Jeder Stein, der einen Namen hat, hat auch seinen Platz in der Welt, genau wie wir Menschen auch.

Heilsteine haben teils eine anregende, teils eine beruhigende Wirkung. Man kann sie auf dem Körper tragen oder im Raum aufstellen. Je nachdem haben sie eine andere Wirkung. Sie wirken durch ihre kristalline Struktur, durch Farbe, Grösse, in Kombination mit ätherischen Ölen oder anderen Steinen. 


Michael, 8 ½ Jahre alt (Name geändert)

Nach einem Besuch im Steinbruch nahm ich mehrere Stücke Alabaster mit nach Hause. Dieser Stein gehört in die Familie der Gipse. Er beruhigt in Stresssituationen, macht entspannt und heiter.

Michael gilt als ADS Kind mit aggressivem Verhalten. Er bekommt immer wieder Streit mit anderen Kindern. Er wird schnell und unvermittelt wütend. Auch fällt es ihm sehr schwer, ruhig zu bleiben, wenn er gereizt wird. Er hat schon öfters Kinder auf dem Schulhof geschlagen. Er hat auch schon die Hand gegen Lehrpersonen erhoben, wenn diese vermittelnd eingreifen wollten. Jetzt darf er die öffentliche Schule nicht mehr besuchen. Er gilt als “untragbar” und es wird eine Sonderschule für ihn gesucht.

Momentan wird er interimsmässig von mir ausserschulisch betreut. Da Michael jegliche Bemühungen abblockt, sich mit dem Schulstoff auseinander zu setzen, versuche ich, über Beziehung und mögliche Interessen an ihn heran zu kommen.

Michael interessiert sich bei seinem ersten Besuch sehr für meine Steine. Diese liegen aufgereiht in einem Gestell, wo man sie auch herunter nehmen darf. Er nimmt einen grossen Obsidian in seine Hände und erklärt überrascht, dass seine Hände sehr warm werden. Für mich ist das ein Zeichen, dass Michael offenbar sehr feinfühlig reagiert.

Nach meinem Besuch im Steinbruch bemerkt er sofort die Alabastersteine, die ich im ganzen Raum verteilt habe. Sie gefallen ihm zwar, doch er zeigt wenig Interesse daran. Darauf angesprochen meint er nur, dass er eh nicht auf Steine reagiere.

Es folgen drei sehr anstrengende Wochen. Michael sucht die Konfrontation mit mir; er provoziert mich, ist frech und herausfordernd und bringt mich dazu, klare Grenzen zu ziehen.

Nach diesen drei Wochen, die für mich sehr Kräfte raubend und zermürbend waren, zeige ich ihm eine Kiste unsortierter Legosteine. Ich fragte ihn, ob er mir helfen würde, diese Steine zu sortieren und dann nach Plänen zu den jeweiligen Gegenständen zusammen zu bauen. Ich hatte Glück und freundlicherweise erklärt er sich dazu bereit. 

Im Halbkreis des Alabasters

Michael kommt drei Mal in der Woche für zwei Stunden zu mir. Es ist nicht ganz so einfach für ihn, nach Plänen zu arbeiten. Lieber würde er frei zusammensetzen, so wie es ihm gefällt. Er sieht aber die Notwendigkeit ein, dass ich die Legos nachher ordnungsgemäss versorgen muss und richtet sich nach meinem Wunsch. Es ist eine friedliche gelöste Stimmung.

Am dritten Tag Bauzeit fragt er mich, ob er die Alabastersteine auf den Tisch legen dürfe. Einen behält er ganz lange in der Hand. Darauf baut er einen Halbkreis. 

Auf meine Frage, was das denn darstelle erklärt er, das sei sein Revier. Er erklärt mir, dass ein Revier der Platz ist, der ihm zur Verfügung steht. Da er nicht einmal die Hälfte des Tisches braucht, finde ich den Platz, den er für sich beansprucht, eher klein. Er meint jedoch, dass er mir den Rest des Tisches schenkt.

In diesem Revier beginnt er nun, sehr sorgfältig und liebevoll den Staub mit einem grossen Pinsel von den Steinen weg zu machen. Er füllt ihn mit einer kleinen Legoschaufel in winzig kleine Legosteine, die er dann im Betonmischer entleert. Ich beginne, ihm Rechnungen zu stellen. So ganz nebenbei löst er spielend Rechnungen mit Milligrammen und Grammen, wie wenn er das schon immer getan hätte. Wenn in so einem kleinen Eimer 100 Milligramm Sand sind, ja, dann sind in diesen fünf Eimern 500 Milligramm und das ist dann ein halbes Gramm. Wir lösen diese Rechnungen spielend in einem Gespräch. Er wirkt dabei ruhig und gelöst

Michael will gerne von dem Alabasterstaub ein bisschen mit nach Hause nehmen und füllt sich etwas davon in eine kleine Plastiktüte.

Das nächste Mal versucht er sich mit einem Puzzle. Das ist jedoch für ihn so schwierig, dass ihm die Lust ziemlich vergeht. Plötzlich verlangt er nach dem ganz grossen Alabasterstein. Er möchte die Füsse daraufstellen. Er arbeitet ruhig und konzentriert. Nach einer Viertelstunde höchster Konzentration wechselt er den Tisch. Er schaut sich um. Da ich ja weiss, dass er immer wieder etwas Neues braucht, liegt viel Material scheinbar lose herum. Er möchte gerne ein Zentangle zeichnen. Ich erkläre ihm die Regeln dieses Muster Zeichnens. Wieder arbeitet er mit voller Konzentration. Er ist ruhig, ohne Ticks und arbeitet mit viel Freude und Hingabe. Es ist das erste Mal, dass wir ohne Pause eine ganze Stunde gearbeitet haben.

Ich habe gemerkt, dass Alabastersteine sehr beruhigend wirken. Auch Barytsteine haben eine ähnliche Wirkung.

An mir selber habe ich etwas Faszinierendes festgestellt. Seit ich im Arbeitsraum mit den Schülern die Alabaster und Baryte aufgestellt habe, arbeite ich viel lieber in diesem Raum. Ich halte mich auch generell viel lieber darin auf. In diesem Raum wird gemalt, gespielt, gehämmert und “gewerkelt”. Meine Arbeiten mit Wolle, also Filzen und Färben finden im anderen Raum statt. Ich realisierte zuerst gar nicht, dass ich auch meine Filzarbeiten in diesem Raum beende. Seit mir das bewusst geworden ist, stehen auch im Filzraum mehrere solche Steine herum. Jetzt arbeite ich wieder gerne in beiden Räumen und fühle mich in beiden Räumen wohl.

Es gibt viele Steine, die uns in der Konzentration helfen können. Wenn wir zappelig und nervös sind, können ausgewählte Steine bewirken, dass wir uns beruhigen können. Ich habe selber an mir Reaktionen festgestellt, die eindeutig unter dem Einfluss der Steine entstanden sind. Sogenannte Heilsteine sind getestet und können uns helfen, ohne dass wir Medikamente einsetzen müssen.

>